Cover Image

Immobilien in der Schweiz - das tut sich aktuell

Februar 7, 2020 - Lesezeit: 3 Minuten

Mieter in der Schweiz sind die, welche in ganz Europa das meiste Geld auf den Tisch legen müssen. Seit 2005 gehen zudem die Preise sehr steil in die Höhe. In Zahlen ausgedrückt: um 18% ist der Mietpreisindex seither gestiegen. Ursache für den Schlamassel sind Zuzüge aus den benachbarten EU-Ländern und natürlich die Niedrigzinspolitik der SNB. So langsam wird die Politik nervös. Erste Großinitiativen fangen an Druck auszuüben.

Was kostet die Miete in der Schweiz?

Ideales Beispiel für den Mietwahnsinn ist die Finanzmetropole Zürich. Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Struktur ist die Stadt ein Magnet für gut bezahlte Banker und reiche Ausländer, die ihr Geld in Sicherheit bringen möchten. Für eine Zweizimmerwohnung werden ungefähr 1.200 EUR verlangt, Nebenkosten noch nicht inklusive.

Für Normalbürger ist das Leben kaum noch bezahlbar. Viele fangen an auf benachbarte Gemeinden auszuweichen. Immobilien Schaffhausen als Suchbegriff in Google wurde noch nie so häufig in die Suchmaske eingetippt, wie in den letzten Jahren. Vielen ist es scheinbar lieber auswärts zu wohnen und dann zur Arbeit zu pendeln. Anders geht es finanziell nicht mehr. 

Initiative für mehr Sozialwohnbau

In 2019 hat sich eine Volksinitiative gebildet, die ein Ende dieser Entwicklung fordert. Sie verlangen vom Gesetzgeber, dass jede zehnte neu gebaute Wohnung gefördert werden muss. Gefördert dahingehend, dass nur die realen Kosten auf Mieter umgelegt werden, ganz ohne Marge. Zudem soll der Staat ein Vorkaufsrecht auf frei werdende Grundstücke erhalten. Unterstützt wird das Vorhaben von Wohnungsbaugenossenschaften, Sozialdemokraten und Grünen. Eine Ablehnung ist jedoch wahrscheinlich, da die Regierung die Kosten für zu hoch hält.

Man gehe davon aus, dass sich das Problem von alleine löst. Die niedrigen Zinsen haben auch dazu geführt, dass massiv Neubauten errichtet wurden. Deren Fertigstellung dauert an. Sind sie jedoch erstmal bereit, dann könnten sie zu einer Senkung der allgemeinen Mietpreise beitragen. Ob das so stimmt ist jedoch fraglich. Gebaut wird vor allem im Premium Segment. Also nur teure Immobilien. Andererseits setzen die Leute Wohnraum frei, wenn sie dort einziehen. Ganz sicher kann man daher nicht sein, was und wie viel sich auf dem Markt dadurch verändern wird.

Staat trennt sich von zahlreichen Objekten

Eine Maßnahme, die bereits in die Wege geleitet wurde, kommt vom Bundesamt für Bauten und Logistik. Dort überlegt man momentan, ob nicht 575 staatseigene Immobilien losgeschlagen werden könnten. Für 269 andere Gebäude bzw. Grundstücke wurde bereits entschieden, dass sie verkauft werden sollen. Ziel ist es mehr Platz für neuen Wohnraum zu schaffen.

In Summe verfügt das Bundesamt offenbar über ungefähr 2.000 Objekte. Sie haben einen geschätzten Wiederbeschaffungswert von 6,5 Milliarden Franken. Den Großteil davon, also 5%, stellen Gebäude in der Hauptstadt Bern. Die restlichen liegen gleichmäßig auf verschiedene Orte im gesamten Land verteilt. Ob dies zu einer nennenswerten Entspannung am Wohnungsmarkt beitragen kann ist die große Frage. Aber es ist zumindest besser als nichts.